Foto: Jörg Müller für ASM e.V.

Migrantische KMU als wichtige Player für die Kunststoffwende 

Das Projekt „Less waste – more engagement!“ stärkt seit Ende 2024 die Eigenverantwortung der Gewerbetreibenden am Hamburger Steindamm, ihren Alltag im Beruf und privat umweltbewusst auszurichten und dabei vor allem die Entstehung von Plastikmüll zu reduzieren. Durch eine partizipative und empowernde Herangehensweise lernen wir vorbildliche Ansätze einzelner Unternehmen kennen und helfen diese im Quartier aber auch darüber hinaus zu verbreiten. Das Projekt wird im Rahmen des Förderprogramms „Zeigen, was geht…“ der Röchling Stiftung umgesetzt. Im Rahmen der Förderung unterstützt die Röchling Stiftung wirkungsvolle Initiativen und Projekte, die Menschen praktisch dazu befähigen, das eigene Lebens- und Arbeitsumfeld ressourcenschonend zu gestalten und insbesondere Kunststoffabfälle zu vermeiden.

So konnte das Projekt seit Beginn bei knapp 80 Unternehmen bekannt gemacht werden. Wir haben 40, zum Teil mehrsprachige, Kurzevaluationen vor Ort durchgeführt um mit den Geschäftsinhaberinnen und -inhabern sowie ihren Angestellten eine Bestandsaufnahme in Bezug auf den anfallenden Kunststoffabfall vorzunehmen, Ideen für eine Reduzierung jenes (Plastik-)Abfalls zu sammeln und den konkreten Unterstützungsbedarf der einzelnen Unternehmen zu erfahren. Darauf aufbauend konnten wir 54 Unternehmen für weiterführende Gruppen- und Einzelcoachings gewinnen, in denen sich mit Themen wie Kreislaufwirtschaft, unterschiedliche Wiederverwendungssysteme und den damit zusammenhängenden drei Prämissen „Vermeiden“, „Wiederverwenden“ und „Recyclen“ beschäftigt wurde. Auf Grundlage der Evaluationen und den Coachings entstand Anfang 2025 gemeinsam mit den Unternehmern die Idee eine nachhaltige Stofftasche zu entwerfen. Die „Less Waste – More Steindamm!“ Tasche zeigt ein Bild des Hamburger Steindamms und wird in 7 Geschäften als nachhaltige und wiederverwendbare Alternative zu Einweg-Plastiktüten angeboten.

Im Sinne einer Skalierung des Projektansatzes fanden in der zweiten Hälfte von 2025 auch Projektaktivitäten außerhalb des Quartiers und auch außerhalb der bisherigen Kreise statt. Beispielhaft kann hier die Teilnahme der kulturellen Veranstaltung „St. Georg – eine bunte Kunstgalerie“ im August 2025 genannt werden. Projektmitarbeitende nahmen das Event zum Anlass um mit den anwesenden Gästen über das Thema Plastikmüllvermeidung und die Ideen der migrantischen KMU in den Austausch zu gehen, sodass das Projekt und die guten Umsetzungsbeispiele auf diese Weise auch in der ansässigen Kunstszene bekannt gemacht werden konnten. Ein besonderer Erfolg ist auch die Kooperation mit der Organisation „Lust auf Besser Leben“ aus Frankfurt, die ebenfalls ein Projekt im Programm „Zeigen, was geht“ umsetzt. Das Projekt „ReUseMe“ hat ein Konzept für eine Taschen-Tausch-Stationen entwickelt und stellt die (3D-)Druckdaten für die modular aufgebaute Station kostenlos zur Verfügung. Wir nahmen Ende 2025/Anfang 2026 an der Prototypentestphase der Taschen-Tausch-Stationen teil und erprobten diese im Arcotel Rubin, einem unserer örtlichen Kooperationspartner im Quartier. Gäste des Hotels konnten so bei Bedarf Taschen für Einkäufe und Tagesausflüge mitnehmen und diese am Abend oder nach ihrem Aufenthalt in Hamburg wieder in die Station zurücklegen. Durch die Rückmeldungen seitens des Arcotel Rubins und der Gäste konnten wir dem Frankfurter Projekt ein positives Feedback hinsichtlich der Taschen-Tausch-Stationen geben.


Wir freuen uns, mit dem Projekt die migrantischen KMU im Quartier und auch darüber hinaus zu aktivieren und gemeinsam einen Beitrag für ein nachhaltiges Lebens- und Arbeitsumfeld zu leisten.


Stand 25.03.2026


                                                                                                 gefördert durch: